Anfang der Woche war es soweit. Der Supergau ist eingetreten. Zigtausend geheime und noch geheimere Dokumente sind veröffentlicht worden. Auf Wikileaks. Doch was war zu lesen. Nichts, was nicht schon alle Welt wusste. Das Horsti, aka Bruno II, aka Horst Seehofer unberechenbar sei, ist kein Geheimnis. Oder der Außenminister. Alles kein Geheimnis.
Stuttgart 21 und Gorleben zeigen eine ganz neue Qualität des sogenannten Widerstandes gegen den Staat. In immer gefährlicheren Aktionen behindern die „Gegner gegen alles“ den gesetzlich vorgesehenen Ablauf. Begnügen sich in Stuttgart die sogenannten Parkschützer damit, sich an Bäumen zu ketten und Sitzblockaden durchzuführen, so hat dieser Widerstand im Wendland eine neue Qualität erreicht. Hier gilt als Höhepunkt der Widerstandstechnik ein Laster, in dessen Schutz sich zwei „Aktivisten“ einbetonieren ließen.
Nein, nein. Ich meine nicht, dass mir der Erzählstoff beim Theofrosch ausgegangen ist. Ich meine die große Schlacht, die zur Zeit mal wieder in den Medien aufgeführt wird. Motto der Drescherei ist wie immer: Wie können wir am Besten die Kirche in den Schmutz ziehen und nebenbei auch noch den Papst stürzen.
Das Szenario ist wie immer äußerst einfach gestrickt. Im vorigen Jahr war es zum Beispiel ein Gnadenakt des Papstes, der den Werwölfen und Höllenhunden in den Medien Anlass gab auf alles was katholisch heißt, ganz besonders den Papst, einzudreschen. Nachdem der Mob sich ausgetobt hatte, war erst einmal Ruhe. Auch das wüsteste Aufkochen von Nichts produziert am Ende wiederum Nichts.
Zur Zeit tobt im kleinen, aber wohlbekannten Königreich, eine heiße Diskussion über Verbrechen, Habsucht und Gier.
Nein, ich meine nicht die gemeinhin alles verschuldenden Banker.
Von denen ist tatsächlich nur ein Einziger schuldig.
Dieser Eine hat gestohlen. Und das ist ein Verbrechen. Ein großes sogar.
Wenn ein Dieb seine gestohlene Ware loswerden möchte, dann geht er zu einer Person seines Vertrauens und diese Person kauft ihm dann zu einem geringeren Wert die gestohlene Ware ab.
Dieser Käufer heißt dann Hehler.
So! Soweit so schlecht.
„Hallo Anni, wie war Dein Urlaub?“, grüßte eine frohgemute Jenny.
„Urlaub?“, entgegnete Anni, „ach ja, ich war kurz mit Kamera am Nordpol. Dort wollten wir das Schmelzen der Polkappen dokumentieren, aber Kamera behauptete, es sei zu Dunkel für schöne Fotos und außerdem seien ihre Batterien eingefroren. Danach gab sie keinen Mucks mehr von sich.
Ich habe mir ein wenig die Landschaft angesehen, festgestellt, dass in den Berechnungen des Weltklimarates ein Zahlendreher ist, und bin dann auf einer Eisscholle wieder zurück gekommen.“
„Hallo, Jenny, das war vielleicht ein Reinfall. Nichts hat funktioniert!“
„Habe ich schon gehört, der Klimakatastrophengipfel ist gescheitert, Prinzessin Anni.“
„Nichts mit Prinzessin Anni, ich bin jetzt Anni Freiburgbärin von Huflattich, Drehbuchautorin des Theofrosch. Dass der merkwürdige Gipfel gescheitert ist, ist sehr gut. Dort sollten nur Billionen und Billarden verschleudert werden, weil irgendwelche Modelle in Hundert Jahren eine globale Erwärmung voraussagen. Modelle, die am grünen Tisch erfunden sind und keinen Bezug zur Wirklichkeit haben. Aber in hundert Jahren kann sowieso niemand das Ergebnis überprüfen.“
„Aber in einem Jahr geht das.“
„Wie meinst Du das, Jenny?“
Der Urlaub war schön. Prinzessin Anni ging wohlgemut und aufgeräumt in die Bibliothek.
„Hallo Jenny“, begrüßte sie die Bibliothekstigerin, „wie ist Dir der Urlaub bekommen?“
Doch statt der erwarteten freudigen Antwort gab Jenny, die Bibliothekstigerin, nur „sind Wahlen im kleinen, aber wohlbekannten Königreich“ von sich. Dabei sah sie recht griesgrämig aus.
„Wahlen?“, fragte Prinzessin Anni verwundert, „was für Wahlen? Davon weiß ich nichts.“
Auch wenn der König (und die abwesende Königin) sorgsam für die Bildung ihrer Kinder (und sonstiger Untertanen) sorgten, so sahen sie sich doch in der Pflicht, für das Wohl ihres Staates weitere radikale Bildungsmaßnahmen zu ergreifen.
Andere Staaten verkürzten im Rahmen ihrer Bildungsoffensiven die Schulzeit um ein Jahr.
„Das kann ich besser“, dachte der König, und verkürzte die Schulzeit um zwei Jahre.
Denn: Je kürzer die Schulzeit, desto besser die Bildung.
Also war beschlossen, dass Prinzessin Anni gegen ihre Depression eine goldene Kugel geschenkt werden solle.
Aus diesem Grund riefen der König und die (abwesende) Königin zu einem feierlichen Festakt, und alle kamen.
Sogar Prinzessin Anni, die nichts von solchen Veranstaltungen hielt (als offizielle Hauptperson blieb ihr auch keine andere Wahl, als zu erscheinen).
Mit viel Brimborium verkündigte der König, dass alles nur erdenkbar mögliche getan worden sei, um Prinzessin Anni von Ihrer Depression zu heilen.
vertrauliche Mitteilung!
Hallo Anni, Du hast am Montag geschrieben, die gewählte Königin sei zu Konsultationen bei mir.
Das stimmt. Allerdings sind die Gespräche bisher eher misslich verlaufen, wie Du in den Zeitungen lesen kannst.
Sie begreift weder, wie die Wirtschaft zu retten ist, noch ist sie bereit unsinnige Behauptungen, die sie aufgestellt hat, richtig zustellen und sich dafür zu entschuldigen.
Dafür habe ich erfahren, dass sie, schlimmer noch als Prinzessin Ypsi, mit ihren Untertanen und auch ihrem Hofstaat umgeht.
Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass sie schon einmal für unser Projekt „Schneewittchen und die gefährliche Elchgang und noch 2“ die Rolle der Königin übt. Sie steht täglich zehn Stunden von dem Spiegel und fragt: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Klügste im ganzen Land.“