„Wo ist mein Prinz? Wieso bin ich aufgewacht ohne von einem Prinzen geküsst zu werden? Wo ist die Dornenhecke?“
Karoline betrachtete Schneewittchen misstrauisch von der Seite. Als Schneewittchen beschloss, das Annimähniemus Geheimnis zu durchdenken, war es Karoline sofort klar: das dauert.
Also verließ sie kurzerhand das dunkle Kloster, suchte ihren Freund Knuddel auf und verbrachte mit ihm einen herrlichen Kurzurlaub. Weit brauchten sie nicht zu reisen, denn der Winter hatte das Land fest im Griff und im Schwarzwald waren die Ski- und Rodelbedingungen ausgezeichnet.
Als von Anni die Regieanweisung kam, „Schneewittchen erwacht, es geht weiter, ZACKZACK!“, packten Karoline und Knuddel gemütlich ihre sieben Sachen zusammen, und ein jeder – und, um politisch korrekt zu bleiben – eine jede ging zu seinem / ihrem Drehort.
Jetzt also ging es weiter.
„Schneewittchen“, sagte Karoline sanft, „Du weißt aber doch, dass Du Schneewittchen und nicht Dornröschen bist?“
„So? Ach ja, stimmt. Ich muss wohl ein wenig eingenickt sein. Mein Traum war sehr, sehr schön“, sagte Schneewittchen versonnen, „soll ich ihn Dir erzählen?“
„Nein!“, sagte Karoline entsetzt, „erzähle mir lieber, wen Du hinter Annimähniemus vermutest.“
Schneewittchen machte einen Schmollmund, der ihr überhaupt nicht stand und dann begann sie zögerlich: „Also …“