„Julchen!“, rief Schneewittchen erstaunt, „Du bist dafür verantwortlich, dass wir in dieser eisigen Kälte zittern?“
Sie dachte einen Moment nach, dann fuhr sie sehr theatralisch fort: „In dieser finstren Nacht, halb vor dem Erfrieren, halb vor dem Verhungern …“
Weiter kam sie nicht, denn Karoline schaltete sofort und sie wusste, wenn sie jetzt Schneewittchen nicht stoppte, dann konnte Susanne ihre Rolle mit einer Hingabe spielen, die die Grenzen des Ertragbaren sprengten.
„Ist schon gut, Schneewittchen“, sagte sie rasch, „Du hast den falschen Text gelernt. Wir sind nicht in Annis Geschichte, sondern in Julchens Geschichtsfälschung.“
„Ruhe!“, herrschte sie Schneewittchen an, als diese trotz allem weiterjammern wollte.
„Yeah!“, sagte nun Julchen zufrieden. Und noch einmal „Yeah!“.
Dann stutzte Julchen, beobachtete Schneewittchen genau und bekam einen Riesenschreck.
„Diese alternden Diven können auch nicht … Moment, Schneewittchen, ich schalte die Bühnendeko aus.“
Schnell wie der Blitz rannte Julchen in die Technik und schaltete alle Schalter, die ihr vor die Finger kamen, aus.
Sie merkte gar nicht, dass plötzlich alles weiß war. Keine Dekoration, keine Technik keine Schalter.
„Julchen, Du Schaf!“, rief Karoline entsetzt, „Du hast zu viel ausgeschaltet, jetzt ist nichts mehr da.“
„Hab’sschonbemerkt“, antwortete Julchen hektisch. Sie fiel in ihr altbekanntes Gebrabbel ohne Leertaste zwischen den Worten, „SoeinScheiß,dieSchaltersindauchweg!“